Weinnase auf den Azoren 2003

Newsletter Nr. 200: ... auf Besuch -als Gast- oder der angekündigte *R*IESLING!


Beide, die "freien" Gäste sowie die so "feinen" Weine, hätten es bei mir, d.h. bei Brigitte und mir, sehr gut gehabt. Hätten jede(n) Einzelne(n) doch gern gehabt!

So ist's nun mal im Leben oft: Man(n) soll nicht immer und nicht alles haben, was man will. Und was man für "GUT" hält auf der WeinWelt.
Liebe Weinfreunde aus "alten Tagen" und *R*iesling-Wein, der "JUNG" hält!

Und ob der Möllemann politisch tief gefallen oder "vom Himmel gestürzt" ist, interessiert hier niemanden. Man weiß es noch nicht mal. Europa ist sehr weit, weit weg. Die nächsten Inseln "etwas" weiter. Und die so große WeinWelt, die ist den meisten hier egal. Sie haben andere "Sorgen".
Nachrichten per TV oder Rádio haben wir keine so erfahren. Die "Insel-Zeitung" erreicht uns in Vila do Porto -wenn überhaupt- einmal die Woche nur und berichtete -fast- ausschließlich acoreanisches auf portugiesisch.
Von einigen deutschen Touristen die sich für 2, 3 Tage nach "hier" >verirrt< hatten, und dies -so ganz entrüstet sagten sie's- bedauern, sagten uns, in der BRD tät' man um Herrn Möllemann nun trauern. Der Saddam wär noch auf "freien Fuße" und ... das war's dann!

So bleiben wir in unserer Muße, von News, die für viele "die Welt" bedeuten, Touri's, die die Zufriedenheit nicht suchen und "die Neun Inseln in 7 Tagen -besuchen-", und über's Wetter hier nur fluchen... weiterhin -noch etwas- "verschont"!
Wir wurden "hier" mit Zufriedenheit so belohnt"

Wir hatten hier "eine schöne Zeit" und nicht viel von Errungenschaften der "Modernen Zeit". Machten eine "ZEITREISE" in eine bäuerliche Vergangeheit; die "hier" in den "Nebel"-Bergen von Malbusca in Verborgenheit blüht.
Hier in Além; wo nun unser Terrassen-Garten "voll" blüht und "unser" kl. Häus'chen schmückt. Ich denke viele halten uns für verrückt, wenn wir aus den "Nebel"-Bergen -freiwillig- runter und von der Insel kommen. Von dort, wo sie nie hinkommen und nur "träumen" bleiben. Weiter ihren Stress erleiden.

Heute war wieder "typisches" Azoren-Wetter. Bei uns in Malbusca hing der Nebel satt u. dicht bis vor die Haustüre. Und "unten" an der Praia: Schönstes, sonniges Strandwetter. Aber, gekommen ist niemand um die Strandbucht zu "bevölkern".
Ein paar Jugendliche. Eltern mit glücklich im Wasser und Sand "patschenden" Kleinen.
Paare, die vor Verliebheit das Eis in der Hand schmelzen ließen.
Und eine alte Bäuerin, in ihrer typischen Tracht -schwarze, blickdichte Kleidung. Kopftuch in Schwarz und darüber einen spitzzulaufenden Strohhut, wie sie noch heute die "Alten" hier auf der kl. Atlantik-Insel selber flechten und immer noch tragen.

Was sie sich wohl an solchem prächtigen Strand-Sonnentag denken muß, taten wir uns fragen. Sie, die Kühe hütet wie seit 60, 70 Jahren: und dann die Girl's from Praia-Beach; seit ca. 10 Jahren!
Ich schätze, sie macht sich so Sorgen. z.Bsp. ob die Mädels -so "halb-nackt"- frieren. Und die Boy's so "stieren" lassen!
Krass, sind hier die Ansätze der Moderne, zu der gelebten "Tradition" für uns so "sichtbar". man toleriert "sich" und auch di "Fremden" von Europa, USA oder Canada. Was so "wirklich" hinter den halb-meter dicken Naturstein-Wänden über >uns an der Praia< erzählt, und wohl oft die Köpfe geschüttelt werde, daß bleibt >ihr<, ein "Geheinmnis".
Wie einiges für uns einst blieb!

Aber auch "hier" ist an den Rändern unseres sog. "Zeitreise-Ziele's", die schon alles überwuchernde "Moderne Zeit", dieser Moloch, "bedrohlich" zu sehen.
Die GEN-manipulierende und konstruierende "Moderne Zeit" wird nicht mehr länger warten und will von diesem "Garten Eden" mit der "Formel" >BESSER, BILLIGER, GESÜNDER< ein Einverständnis zur "erstrebenswerten" Modernisierung/Verbesserung der Lebensbedingungen.
Da wird nicht lang danach gefragt, wem's denn letzendlich nützt, sondern "klammheimlich" die >Bio-Technologie< eingeführt. Und damit "Neue Abhängigkeiten" geschaffen. Bevor es "hier" die alten so "raffen", werden sie "verkauft und behandelt wie Affen". Aus lauter Gier!
Statt "hier" von und aus der intakten Natur noch aus dem "Vollen" schöpfen, werden wieder nur "Werte abgeschöpft!.

Es hat mich "erschöpft" hier zu mahnen und zu warnen; tu's so schon seit Jahren. Nun sind die "Anderen" dran, zu schützen und zu geben. Damit sich noch Generationen an dieser prächtigen u. vielfältigen Natur erholen können.
Aber: Gekommen ist niemand...

Nur eine Flut, von der EU teuer bezahlten, bunten und mit vielen Bildern "verzierter" >Absichtserklärungen< von nie bleibendem Wert.
Die locken doch schon längst "keinen hinterm Herd hervor".
Da muß schon was anderes, als übliche, politisch-seichte Absichtserklärungen und groß-volumige Versprechen her. Und an deren Einführung und Erhaltung "im Ganzen", da bin -nicht nur ich- schon lange hinter her! Und dies ist keine Mär!!
Aber: Gekommen ist niemand...

Wenn ich vom Nebel, den "Nebel"-Bergen schreibe, dann sind diese Naturereignissen nicht die, die "bei uns zuHaus" mit "grauen Nebeln", Nässe & Kälte Herbst und Winter gleichzusetzen sind.
Nein. Es sind blitzschnelle Phänomene, die in wenigen Sekunden oft nur, die Terrasse nebst Haus umfangen. Die Natur bei uns in Malbusca "einfangen". Festhalten. Urplötzlich, fast wie ein Spuk ist dann die Sicht auf die grandiose Natur wieder frei.
Unterhalb ca. 200 M.ü.M. ist's -so wie heute- sonnig und sommerlich warm/heiß oder auch mal schwül. Und bei uns liegen Berge & Täler versteckt in dichtverpackende Nebel. Etwas mystisch oft wirkend. Und von unten, Praia oder Vila mutet es... pitoresk an, die Berge -wie abgeschnitten- nicht mehr zu sehen.

Oft geben die Nebel die Terrasse u. wiese bis zum Steilhang für die Sonne frei. So liegt eine dicke Nebel-Schicht von einigen (10-15 Meer!) zwischen den Sonnenanbetern unten in Praia etc.
Und uns, die wir ebenfalls in der warmen Nachmittagssonne sitze. So wie jetzt, gegen 17:00 h. Die "unten" können uns nicht mehr sehen, und overlooking the beach ist für uns in den "Nebel"-Bergen dann auch vorbei!
Aber nie wehr lange oder "unheimlich" sind diese Nebel - eher wie die "Nebel von Avalon". Halten uns hier oben "abgeschieden" und... wie in Watte -sicher- verpackt.
Als wenn's hier oben in Além was kostbares gäbe! Gar nicht unangenehm, dieses Natur-Phänomen!

Ob deshalb keiner zu uns gekommen ist? Weil man die "Nebel" fürchtet?
Unbekanntes wo eine Art von... Distanz hält in dieser, unserer Welt?
Oder sind wir zu weit (fort) gegangen? Sind so ca. 2.000 km von Wuropa -om Atlantik- für einen Besuch bei "alten Weinfreunden"! zu weit?
Zu unbequem oder teuer?
Oder war's "Angebot" nicht "geheuer" oder gar wahrgenommen worden. Wie's auch sei...:
Gekommen ist niemand...

Nicht das wir uns -als Gastgeber- beklagen, nur tat's uns so niemand sagen: WARUM!
Selbst daß nehmen wir nicht krumm, bleiben dafür selber "stumm" und schauen uns nur fragend an:
Das war's dann!
Denn: Gekommen ist niemand...

Post bekommen wir in all' den Monaten recht wenig. Aber wenn, dann war's erfreulich. So wie neulich, als der "junge" Weinfreund Dominik Ziller uns die Fotos von der letzten gem. "De-Gu-Tour" aus Süd-Frankreich schickte:
Die Winzer u. Keller der Rhóne haten -großzügig- auch uns zum schmecken u. probieren und der Wf. Natz -ein wahrere Koloss an Schatz- uns zu sich in's frz. Landhaus, versteckt in herrlicher Natur, noch eingeladen.
Und wo's so was zu probieren ist, ist sie nicht weit oder fern dafür sehr gern und auch mal müde... "rüde" vom Lichtblitz eines fotowütigen Bonner Wf. am Fasse "sitzend"... aufgeweckt!
Das war wirklich sehr nett, liebe "Reblaus", die Sache mit dem Brief u. Fotos"
Ich werd' wohl meinen Ruf doch nie los, eine Olle Weinnase zu sein...!

JETZT weiß ich warum keiner kam, es kamen ja nie die *R*IESLINGE nach hier.
Und für'n "Besten von Fontes" setzt sich keiner so für ca. 5 1/2 Std. in's enge Flugzeug. Kann ich verstehn. Dafür tät ich's auch nicht.
Aber sonst...? Sonst gab's keinen Grund... da muß ich aber "schwer schlucken"; ich "armer Hund":
Keinen Grund?

Eure olle Weinnase;
auf den Grund eines   l e e r e n   Glases -tief- blickend!