Weinnasen Pilgerreise 2004

Was geschah in Babylon?

- und was geschieht mit der Sprachen-Vielfalt im
EUROPA der Zukunft? -


09.11.2004

Zwischenbericht einer pilgernden Nez du Vin (=Weinnase)

"Probleme? Hast du Probleme mit der französischen Sprache", fragte mich die jg. Frau am Empfang der "Auberge de Jeunesse".
Mein französisch klingt so... wie... "Indiana-Sprake ohne Ranck"! Meist genügt dies auch, um mit dem Notwendigen auf meiner Pilger-Reise klarzukommen.
Abends, da saßen jg. menschen aus Spanien, Italien, Frankreich, England und der Tschechei im "Café" beim Bier, Wein, Limo etc. zusammen. Welche Sprache wurde gesprochen? Kaum glaubliches Gebrabbele -hauptsächlich mit/in englischen Sprachfetzen- gab das Gespräch über die Kriesgschauplätze bei/um METZ herum -verdun, Sedan...- her. Und über die Unsinnigkeit, Kriege zu führen. Die schrecklichen Ereignisse im IRAK waren dann das zentrale "Gespräches"-Thema, bei dem der jg. Engländer arg in Erklärungenöte kam: Nitt die seinige Sprache brachte ihn in "Verdrückung", sondern die aktive Rolle "seines Tony BLair" im IRAK-Krieg gab die ausschlaggebende Wendung, sich von diesem Thema ab- und, wohl allgemein an dem Tisch bekannter Show-Größen und Musician's, ihren Auftritten und Erfolgen hinzuwenden.

Ich konnte französische "Einfärbungen" in englisch, neben spanisch und italienischen Idiomen entdecken. Wobei die Spanier mit der Italienierin und Französin sich -kurz- auf französisch verständigten. Der jg. Tscheche konnte mit dem deutschen Pärchen sich scheint's besser auf deutsch bei dem Thema verständigen, was auch den Briten in deutsch Einwürfe vorbringen ließ.
Verstanden haben sich die jg. Leute, neben mir am Tisch sichtbar prächtig. Nur... welche Sprache denn in Europa wohl vormächtig gesprochen werden?
So wie ich's mir anhöre, wird's wohl eine stark ENGLISCH-geprägte Version einer... >unmöglichen< Sprache geben. "Europäisch" wird's wohl nicht als eine kulturtragende Sprache in den nächstne 200 Jahren geben. Je östlicher der Europäer seine Heimat hat, wird's wohl sprachlich "deutscher" vorgehen.
Die Spanier, Portugiesen sowie Franzosen -und natürlich- die Italiener könnten sich auf ein stark französisch "gefärbtes" englisch einigen; der romanischen Sprache wegen. Deutsche und Niederländer sowie Skandinavier und Briten etc., die richten sich auf's >klare< englisch als Verständigung ein.

BABYLON geht mir da durch den Kopf. Ein Sprachgewirr wie im alttestamtentarischen Babylon aus der sagenhaften Turmbau-Zeit. So steht's um Europa derzeit als Sprachen- und Kultur-Vielfalt. Schulisch müsste in der BRD, neben deutsch, noch englisch, französisch und spanisch zumindest unterrichtet werden.

Wie gut, das ich... "belgisch" (BELGIEN ist zwar offiziell dreisprachig: flämisch, wallonisch und "altes" deutsch wird hier, gebietsbezogen, gesprochen! Nur wo?) sprechen und verstehen kann. Da ist man(n) sich schnell einig, was die Belgier sprechen, versteht keiner - WEISS KEINER!
Dabei liegt die "Europastadt der Verwaltungen": BRÜSSEL in Belgien! Hauptstadt Belgien's ist sie. Und der Inbegriff vom "Moloch Europa" der Bürokraten und meist unverständlichen Erlasse und teuer bezahlter Politiker wie aktiver "Skandalisten" sowie Karrieristen und wuselnder Lobbyisten!
Und Center der europäischen NATO-Militaristen.

Wie "Brüssel" in Zukunft diese Sprachen-/Kultur-Vielfalt zu Gunsten einer "schlankeren" Bürokratie und ob überhaupt, regeln =vereinheitlichen= normieren wird?
Welcher Politiker stellt bald den entsprechendne Antrag im EUROPA-Parlament in Straßburg, wo man(n) bekanntlich >elsässisch< spricht und franzözisch denkt. Ist also -fast- wie in Brüssel, wo man(n) belgisch so handelt, aber alles in alle eurp. Sprachen, für extrem teures Geld, übersetzen lässt.

"Nein", sagte ich dem Mädel, das aufgeweckt mir bein "einchecken" half, "mit dem französisch habe ich keine Probleme. Du aber scheint's mit meiner Heimatsprache "deutsch""! Dabei zwinkerte ich ein Äugsken und trug bei NATIONALITÄT im Buchungsformular "EUROPÄER" kurz entschlossen ein. Dies ist z.Zt. genauso wenig "stimmig" wie meine "eingerosteten" Fremdsprachen, aber irgendwie stimmt's doch: Ein petite pen! Oder?

Das freundliche Lächeln meiner Empfangs-Directrice half mir zu der Erkenntnis, das Menschen, die "guten Willens" sind, und "ruhig" bleiben, sprachliche Probleme schnell irrelevant werden lassen. Zwei Sätze aus/mit hier (!) Sprachfestzen gebildet, haben mir von ihr jede Annehmlichkeit eingebracht: Für eine Nacht ein weiteres Asyl!
"Einwäähnisch sprresche ische deutsche" sagte sie mir, immer noch freundlich zulächelnd. Mir, einem in den Jugendherbergen doch seltener Anblick:

Eine olle Weinnase als Pilger
und on the road again!

NS: >>> Investiert in einen 20 Euro-DJH-Mitgliedsausweis! <<<
Mit meinem RuckZuckSack und Iso-Matte aufgeschnallt, mit meinen Kilobergen, unförmigen Wanderschuhen, geb' ich schon ein etwas "belustigendes Bild" in meiner Funktionskluft ab. So bislang i.d.R. in Herbergen für Jugendliche Asyl -preiswert- findend; trotz meiner grauen Haare stets freundlich und zuvorkommend angenommen bin ich dort gut "klar" gekommen. Ob's die MUSCHEL bewirkt hat?
Kann ich nur -nochmal- Euch allen empfehlen. Und's hilft bei der "Völkerverständigung" sowie meinen neuen Feststellungen, was "Junge Leute von heute", und jenseits aller Grenzen, so von ihrem Leben und Chancen halten!


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