Weinnasen Pilgerreise 2004

Im Dienheimer Hof


01.11.2004

Eine "Belohnung für sieche Weinnasen!

J.v. Goethe hat IHM, dem Magister Faust, ein Denkmal gesetzt. Sein Wohnhaus wird hier in Bad Kreuznach "angenommen". Natürlich ein Highlight für eine Nahe-Tour. Von Kirn bis Bingen schlängelt sich der träge Fluß in den Rhein, vis-á-vis von Rüdesheim!
Nicht gerade reichlich gesegnet mit gastronomischen "Leckerstuben" ist diese Weinregion. Da macht LAFER's Burg nur einen "kl. Tropfen auf'n heißen Stein". Und der ist dazu noch exemplarisch teuer!
Begeistert, schon seit Jahren, hat mich Jean TREUTLE's Küche im "GÜTCHEN". Etwas außerhalb der 45.000 Einwohnerstadt. Dem Zentrum an der mittleren Nahe. Ebenso im Vorort Hackenheim das unscheinbar -von außen wirkende- "Metzler's Gasthof", Hauptstr. 69, Tel: 0671 - 65312 (außer Montag)!

Aber drei sehr unterschiedliche wie lohnenswerte Gourmetadressen. Für mich neu ist das Restaurant "Im Dienheimer Hof". Seit 3 1/2 Jahren ein sich entwickelnder "Geheimtipp" in der Nahe-Stadt mit konsequentem jahreszeitlichen Frische-Angebot.
Beeindruckend ist jedoch die von besten Weinen strotzende Weinkarte zu Preisen, die nicht nur mich erfreuen. Und nicht nur Nahe-Gewächse oder Deutsche Weine sind in dem "runden Angebot" -fair kalkuliert- zu finden. Eine WeinWelt-Reise ist leicht, wie "bestens" sortiert, möglich.
Die Speisekarte ist gewaltig (nicht in den Positionen) sondern plakatgroß hinter der einladenen Theke (=Eßbar) zu sehen. Wechselnde regionale Angebote zieren diese kleine aber feine Auswahl.

I. Gang Hauch-dünnes Rindfleisch-Carpaccio mit etwas Kürbis-Kernöl auf einer fantastischen Schwarzwurzel-Suppe: Leicht, fein den zart-säuerlichen Geschmack hebend, mit Kräutern leicht abgeschmeckt. Mit Chreme gebunden, ohne "eine Kleisterei" zu sein! Ein perfekter Auftakt! 4,00 Euro
1.) Schmidt Riesling 2003 QbA, Obermoschel -mild- 2,80
2.) Laubenheimer Grauburg. 2003, Sascha Montigny, Laubenheim 4,00

II. Gang Kaninchen-(frisch geschl.)Keule mit Pilzen (Steinpilzen) auf Rotkraut mit sahnigem Kartoffelpüree. Das ohnehin schon zarte Fleisch bekommt durch die kurze Anbackzeit leichte Coleur ohne trocken zu werden. Das Rotkraut war zart-schmelzend und nicht -wie sonst üblich- überwürzt. Gefallen hat mir, daß das ungefragt geschah: Die Soße >Jus< wurde separat serviert! 14,00 Euro
1. Spätburgunder 2003 Steffen Meinhard, Winzenheim 4,50
2. Laubenheimer Spätburg. 2003, Sascha Montigny 4,50

III. Gang "Mohr im Hemd", Orangen/Dattelmousse. Herrlich leichtes Schoko-Souflée mit einer separaten Chreme auf geschmacklich-stimmiger Mousse! PERFEKT! 7,00 Euro
1. Riesling Sekt Brut 2003, Emrich-Montigny "Planig" -zarter Duft, Schmelz und feines Mousseux 3,60

Warme, erdfarbene Töne, Kerzenlicht, dunkelbraunes Holz, einfache Tische und Stühle. Und... seine Super, Suuuper-Musik.
ALs "Pic" kamen leckere Oliven, Sardellenfilets und Gänse-Schmalz vorab auf den Tisch. Keine Tischdecken, kein "Gedöns", dafür korrekte Preise und eine freundliche Damen-Riege im Service!
Eine ansprechende, ruhige Atmosphäre. Das Rest. ist scheint's gut angenommen. Es war an einem Dienstag (nur ab 18:00 Uhr geöffnet) voll!
Es wird alles á la Minute, bestens präpariert, zubereitet. Die Portionen sind reichlich. Ein 3-Gänge-Menue ist zum rund-um-zufrieden werdenden Ereignis. Eine der Adressen an der Nahe, die man(n) nicht vergessen sollte. Besonders wegen der außergewöhnlichen Weinkarte nicht! Auch wenn's Brot im niedlichen Körb'chen knapp bemessen war, ich fand nichts zu kritisieren ;-)) !!
Nichts "überladenes" an "Schnick-Schnack" im Ambiente wie auf dem Teller war ein wohltuender Aspekt für einen unerwartet genußreichenn Abend: 16/20 CpS.

Für mich eine gelungene Überraschung in der sonst üblichen "Steak und Schnitzel-Wüste" der Nahe-Gastronomie (mit den wenigen, benannten Ausnahmen)!

Für Wiederholungen geeignet und bereits in meinen "Grauen Seiten" abgespeichert!
CpS


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