Weinnasen-Geschichten aus 2004

"Philosophie der Freude" (Auf dem "Moselradweg" 1.)


14.09.2004

Tach aber auch!

Die meisten Winzer sind nun "Große deutsche Philosophen", in Mutation vom Bauern/Handwerker zum "Großen Denker". Bei nun jedem Weingut, ob < 0,75 ha. oder > 75,0 ha.
Es sei ihm ja unbenommen, selber und groß zu denken, aber... er soll   e i n s c h e n k e n   und sich nitt auf's "scharwenzeln" beschränken. Mir -wie Epikur- DIE PHILOSOPHIE DER FREUDE (ein-)schenken: Wein!
"Reinen Weinen", so meine wohl nicht ich's so allein! Eine Weinprobe muß sein! Sie darf auch mit Vergütung behaftet sein!! Klein sein!!!

Im WG >APEL< in Nittel an der -noch- unbekannten oberen Obermosel ist datt >so< nitt die selbstverständliche Doktrien eines bekannten "Selbstvermarkters" mit Lokal-Matador-Status.
Wer -wie für's Anbaujahr 2003- mit 15 angestellten Positionen 11 x "Gold" und 4 x "Silber" von der Kammer ausgezeichnet bekommen hat, hat's scheint's nitt nötig, an 4 (!) Tagen seinem "Hausgast" >mir< die gewünschte Weinprobe zu servieren.
Dafür tat ich dann im ELBLING-Weinland -hinter Trier an der Obermosel, längs der Luxemburger Fluß-Grenze probieren, was sie mir taten -gerne- als Gast präsentieren. Die Nachbarn und Mitbewerber in und um Nittel. Ob im Nadelstreifenanzug oder Arbeits-Kittel: Ihren eignen Wein!
Und der war in der Regel "fein", fruchtig und gehaltvoller als an sonstigen, sonnen- und oechsle-ärmeren Jahren. Für den ELBLING war das Jahr 2003 DAS Jahr seines "goldenen Glanzes". Eine Ernte von ca. 1.000 ha. als Ganzes eine "Wucht" mit klaren Tönen und reinem Genuß als "feinfruchtiger" aber "SCHILCHER-artiger" Säure. Die Säule des Weines, der bewusst jung getrunken werden soll (muß?) und im deutschen (Winzer-)Sekt eine, seine besondere Rolle als "Frische-Spender spielt.

Mir machte der Wein "große Freude", wenn ich IHN, gut gekühlt, auf der Terrasse des APEL-Weingutes, nach 6, 7 Stunden Fahrrad-TorTour gegen 17:00/18:00 h als erfrischenden "Sun-downer" in Weiß und >als Mutation< "Rot" (wohl mehr lachs-rosa) genoß. Dazu eingelegter Schafskäse von Mannebach (bei Saarburg!), Oliven und Nußbrot.

So, nach 4 Abenden, hatte ich die übrige, üppige Kollektion des WG Apel, Glas für Glas, von ELBLING bis... >BURGUNDER (r/w)<, von 1,30 Euro bis 6,00 Euro genossen und -teil- "bewundert". Der "Rote" Elbling (Weiß-Wein) wird wie der Rote Burgunder im Weingut Apel "gekocht", jede Farbnuance und "Esprit" der Maische entzogen. "Barrique" behört im ordentlichen Sortiment, wie Chardonnay & Auxerois, zum "dankend gern angenommenen" Angebot.
Ich hab's beobachten können: Jeder Gast im Weingut, ob als Haus- oder Restaurant-Gast kaufte "seinen" Apel-Wein, nahm ihn mit oder ließ sich, weil mit'm teuren Super-Sportwagen und "Motor-Guzzi"/"Harley-Davidson" da, schicken.

In Nittel, dem "Herzort" des Elbling's an der Obermosel gibt's (kaum) keine Gastronomie, die nicht in Winzerhand oder -keller/Scheune ist. Das große -vollmöblierte- Hotel mitten im pitoresken Ortskern hat, wohl deshalb, geschlossen: Beste, preiswerte Regionalküche gab's beim Winzer und dazu Hauswein mit Flammkuchen (satt) für 5, 6, 7 Euro insgesamt so in'ne Hand. Moderne, romantische, in der Regel bis zu ***-Gästezimmer laden ein zur komfortablen Ruh. Und im Nu sind (p.Zi. = 2 Pers.) so 38 bis 55 Euro noch dazu gefordert.

Nittel liegt an einer Bruchkante eines Kalkriffs des sog. "Pariser Beckens". Muschelkalk prägen die Schwemmlandböden. Umkränzt von einem wasserhaltenden/-fördernden Wald. Die Mosel spiegelt die Sonne zu den Reben; dort lässt's sich mediteran gut leben. Und tut -ganz besonder- den BURGUNDER-Sorten gut. Schade, hier sollte das besondere Augenmerk der Winzer liegen. Nitt auf Kerner & Co., oder (Saar-)Riesling. ELBLING als "Spezialität der Region" und "Burgunder" als der für dieses Terroir prädestinierten Weinsorten-Rebspiegels.
In den nächsten Tagen gibt's mehr von der -noch- hidden world of wine von mir via Barbara -die Echte- Becker zu lesen. Tipps und einige "Donuts" von meiner Radel-TorTour, via der > Unter-zur-Ober-Mosel und an die Saar <.

>>> RAD + WEIN; DAS DARF SEIN! <<<       - Teil 1 -

Von Koblenz-Güls bis Cochem, von Trier nach Saarburg. Und von Kons nach Nittel!

Gruß, die abgeschlaffte olle Weinnase;
on the road again.
Diesmal nitt so allein und gut motiviert, ganz im Training involviert, mit'm Radel + >DB< unterwegs zu Wein, Land & Leuten!


Anlage:

Schule des Gartens:
Bis zum Jahre 270 v.Chr. lebte der berühmte Philosoph EPIKUR, der die Einfachheit und Genügsamkeit im Blick behalten hat.
Er zeigte uns, mit seiner berühmten >Philosophenschule< der lebendigen >SCHULE DES GARTENS< bei Athen, Wege in die Stille und Zufriedenheit.
Tja, ER kannte, von seiner Geburt 341 auf der gr. Insel SAMOS den "Eein von Samos" als REINE PHILOSOPHIE, die über die römischen Kaiserzeiten bis dato den Belesenen "nachwirken". Lest mal aus den Briefen Epikur's an seine vielen (Wein-)Freunde; Herodot, Phtokokles, Menoikeus und, und... seine Hauptlehrsätze:

*> "Der Weise, der selbst auf das Notwendigste beschränkt ist, versteht besser zu geben als zu nehmen. Einen solchen Schatz der Selbstgenügsamkeit hat er gefunden."

**> "Ich habe niemals danach gestrebt, der großen Menge zu gefallen; denn was ihr gefiel, habe ich nicht gelernt, und was ich wußte, das lag weitab von ihrem Begreifen."

Aus den Fragmenten des Epikur's Briefen!


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