Weinnasen-Geschichten aus 2005

Berlin ist eine Reise wert!


10.05.2005

Tach aber auch!

Mit der Schnulze... "Ich hab' noch einen Koffer in Berlin" hat mir ein "Sänger des deutschen Liedgutes" vor Jahren die Ohren zugemüllt!
Und dennoch hab' ich das Lied'chen, das auch "Die Dietrich" sang (mehr... gurrend-seufzend), nicht vergessen. So wie die alljährlichen "Bedrissenheits-Opern", die uns die Großen der BRD vorspielten: "Verbundenheit zu der geschundenen und geteilten Stadt, unserem "BERLIN" - ehem. Neu-Cölln -!
Mein erster Eindruck, als jg. Mann, war, von dieser "Stadt der Träume" meiner Großmutter (heute wäre "dä Omma" über 115 Jahre alt!!) und greisen Mutter, "was für ein Rummel für diesen "Trümmer-Berg" einer grauen, trüben Ruinen-Stadt...!"

Als wir, junge Theaterfreaks und zukünftige Schauspieler und "Nixnutze", langhaarige Jazz-People, die "Front-Theater" im Berlin besuchten, und die >künsterlische< Nähe zu Grössen des Theaters und... Kabarett's (aus der Nachkriegszeit!) zum Ende der 60-iger - und ich den Wolfgang Neuss (mein "Idol") zu besuchen - zu suchen. Und wir fanden temporären Einlaß in eine "falsche Welt" des Scheins als Sein!
Für mich stand, nach einem Besuch der ">Brecht-Theaters und Helene Weigel's Schaffen's fest, ein guter Schauspieler werde ich doch nie! Über's Knie brach ich eine Entscheidung, die mein weiteres berufliches Leben beeinflusste. Bis zum heutigen Tage, nach nun fast 20 Jahren als Sozial-Rentenbezieher.

Aus der einen Kneipe raus in die nächste rein, den Rhein rauf und den Fluß des Lebens munter runter, so -fast- jede Wirtschaft auch >so< prüfend und für selten >gut< die Note bis 2,49 vergebend. Mehr die Note 3,51 ff war "angesagt" und leider für lange Zeit die >"traurige Wahrheit< in der >gastronomischen BRDDas "Aschinger" wurde uns als typisch "berlinisch" und der "Budapester Keller" zum Edel-Restaurant mit "Puszta-Klängen" vorgestellt. Statt einem trinkbaren Wein wurde "'ne Molle" hingestellt. Viel Bier für wenig Geld, denn Berlin war s.Zt. "billig" dank jahrelangen Steuerzuflusses in Form von "Berlin-Vorteilen"!
Bitte nitt denken, ich wäre ein DDR-Fan, aber was wir dort zu sehen bekamen, "Unter den Linden" & Co, im abgeteilten Osten der Stadt, war modernes Leben und klassisches Bühnen-Theater, besseres ich s.Zt. in "ganz Berlin auf einer Wolke" von "Berlin-Werbung" um jg. Arbeitskraft zur "Wiedervereinigung" nie sah!
Auf "verbotenen Wegen", über den Übergang Friedrichstrasse, taten sich einige von uns bewegen, als wir uns -verboteterweise- in Ost-Berlin zum unseren "versteckten Brüdern" der "alternativen Szene" in der DDR hingezogen (=konspirativ "geführt"...!) fühlten.
Nach anfänglichem beklemmenden Schweigen, im versteckt hinter einem Heizungsraum liegenden "Feten-Raum", kamen wir mit ROTWEIN aus "Grusinien?" und "Rotem Krim"-Sekt, schnell mit unseren "wissenshungrigen" und trinkfesten Brüdern und bildhübschen Schwestern in's Gespräch und zu gegenseitigem Vertrauen. Damit begann für drei Junge Menschen ein langer Albtraum, (... über den ich evtl. an anderer Stelle werde berichten) und für uns ein spannender, "knisternder" Abend.
Sich wie "echte Spione" und wie im Film fühlend, berichteten wir uns gegenseitig aus unserem Leben und teilten unsere "Zukunftshoffnungen" vor. Die "Ostler" erzählten von ihren Erlebnissen und Zusammenstößen mit der Diktatur-Staatsmacht, die "STASI" genannt wurde.

Eine, eigentlich zwei Geschichten, die habe ich bis heute - wie den leckeren "grusinischen" Roten - nicht vergessen:

Karl aus... "Großen Strietzen" hatte im Total-Rausch, zum Abschluß der Abi-Fete in den 60-igern, auf die Staatsfahne in den 3 deutschen Schicksalsfarben der alten, Hambacher-Schloß-Zeit, geschissen, wurde verraten, gefasst und verurteilt: 1 Jahr auf Bewährung!

Franz aus... einer Großstadt tat Gleiches aber aus anderer, -politisch begründeten- Motiven und wird verraten, gefasst und zu Recht verurteilt: zu 3 1/2 Jahren Haft!

Aus "Karl" wurde ein noch heute aktiver, bekannter Theater- und TV-Star. "Franz" wurde zunächst zum politischen "Wirrkopf", dann zum "steten Loser" und vegetiert heute als Alkoholiker und arbeitsloser "Lebenskünstler" in einem "Heim für..." von der "Barmherzigkeit" gepflegt!

Nun rate mal schön, welcher in der damaligen kommunistischen und wer in der sog. freiheitlich-sozialen Grundordnung lebte? Wer's errät, bitte "privat" bei mir melden, habe einen kleinen Preis für geschichtsbewusstes, deutsches Denken und Lösungsraten ausgesprochen. Den kann ein Forum-Leser nun genußreich gewinnen!

Ein Deutschland, eine Sprache, eine Kultur, zwei Rechtsauffassungen und gleiches Delikt = Zwei Schicksale in meiner Erinnerung hab' ich noch "als Koffer in Berlin"!
Geschichten, Erlebtes = Müll aus meiner Vergangenheit und verbliebender Erinnerung (nach x Schlaganfällen, 2 Herz-Kaschperl und Reanimation und...) aus den Anfängen einer jungen und schon früh verkommenen "Demokratie der Ignoranten" und Ur-Alten Leidkultur!
Und den Rotwein aus der damaligen UDSSR möchte ich nochmal genießen, evtl. heute dabei verdrießen, aber... dies wäre denn der für mich -damals- "reine brüder-verbindende Rotwein!!
Solange es solche -verbindenden- Weine (oder lieber... "bessere"...!) gibt, ist mir nitt bang auf meiner schon >so< lang anhaltenden Suche nach dem Einen, den "Reinen Wein". Denn: Solange noch suche, werde ich leben und heiter, weiter gehen können. Auch wenn's heute schon fast so ..."Greisen-Tippel-Schritt'chen", statt die "Sieben-Meilen-Stiefel" der ungestümen Jugend sind.

Ja, lieber Dominik: und noch'n "Projekt" der ollen Weinnase! Und was als >so< Projekt gilt, steht unter >P< im DUDEN der deutschen Rechtschreibung, Ausgabe Sept. 04!
Neben den evtl. Euch unbekannten Weinen aus Grusinien oder Georgien, die aus Brasilien -völkerverbindend- als Gast im Bundesstaat Rio Grand du Sul -Süd-Brasilien- zu geniessen!

Für mich so unbeirrbar wichtigstes Ziel - wie scheint's auch für Dich - ist mir die "ewige Suche" nach "Reinem Wein" im Leben und Streben.
Nur ist mir dabei gegeben, so unbeschwert und heiter, die Leiter in meinem Leben zu begehen. Versuchen zu verstehen und nix zu verdrehen. Oft alleine, einen Weg zu anderen - netten- Menschen suchen. Nie mehr wie nötig zu fluchen und Gottes Nähe zu suchen: in unserer herrlichen Natur und oft wie ein "Arbeiter im Weinberg"; müde, beladen und schwer, am kranken Körper leidend, jedoch sich frei und unabhängig fühlend wie mitfühlend, wie's denn >so< um meine Wein-Brüder wirklich steht!

Und wie's mit mir und meiner ollen Weinnase so steht, und hoffentlich bald "losgeht", auch bald, via Barbara, meiner Echten, hier unter www.weinnase.de dann "bildhaft", als mein Eindrücke und Erinnerungen, als Mensch "Guten Willens", steht!
Und wie's mit mir geht? Na... immer der Weinnase nach. Gute Weine finden ist mir ihr mir doch ein "leichtes Sein", in der Welt des Scheins!

Eure olle Weinnase,
semper idem!


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